Wirbelkörperfraktur
(Wirbelkörperbruch)

*Liebe Patienten
Die folgenden Informationen sollen Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Diese beinhalten die Antworten namhafter Experten Europas in der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Die Informationen sollen Ihnen aufzeigen, wie die meisten Experten in der jeweiligen Situation vorgehen würden. Sie spiegelt zwar eine vernünftige Vorgehensweise wieder, ersetzt jedoch nicht die sorgfältige Abklärung Ihrer persönlichen Situation. Sollte also die Meinung Ihres Arztes/Ihrer Ärztin von den untenstehenden Antworten abweichen, fragen Sie nach, worauf seine/ihre Entscheidung beruht. Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich bitte für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt!

Definition:
Eine Wirbelkörperfraktur entsteht durch kleinere oder größere Krafteinleitung auf die Wirbelsäule. Je nach körperlicher Verfassung, dem Gesundheitszustand und dem Alter des Patienten kann dabei einer oder mehrere Wirbelköper betroffen sein. Dabei verliert die Wirbelsäule ihre ursprüngliche Form und es entstehen bei den betroffenen Patienten Schmerzen und neurologische Probleme.

Frakturrisiken:
- Osteoporose
- Trauma (Unfälle wie Stürze, Verkehrs- und Sportunfälle)
- Tumorerkrankungen

Diagnose:
Betroffen können sein:
-
der Wirbelkörper und die Bandscheibe
- der Wirbelbogen und Gelenkfortsätze
- der hintere Wirbelsäulenbandkomplex
Untersuchungsverfahren:
- Körperliche Untersuchung: Durch Druck und Klopfen lassen sich bei einer Fraktur Schmerzen auslösen.
- Beweglichkeitsprüfung: Diese wird nur durchgeführt, wenn keine instabile Fraktur vermutet wird.
- Neurologische Untersuchung: Sensibilitätsprüfungen, Motoriktests. Diese geben Hinweise auf das eventuelle Vorliegen von Rückenmarksverletzungen
Bildgebende Verfahren:
- Röntgenkontrolle: Röntgenaufnahme sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte in zwei Ebenen
- Computertomographie: Damit kann das ganze Ausmass der Wirbelfraktur erfasst werden. Denn instabile Frakturen werden im Röntgenbild als solche nicht immer erkannt.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Diese bringt Zusatzinformationen zu Bandscheiben oder Weichteilverletzungen (Muskeln, Bänder)
Wirbelkörperfrakturen werden durch Röntgen,- CT,- oder MRT-Aufnahmen diagnostiziert. Dabei kann der Arzt einen Einblich in die Art und die Komplexität der Wirbelkörperfraktur gewinnen und notwendige Therapiemassnahmen einleiten.

Symptome:
Die Beschwerden der unfallbedingten Wirbelfraktur äussern sich je nachdem wo sich die Fraktur befindet und ob allenfalls Nerven und/oder das Rückenmark ebenfalls verletzt sind.
Ist der Bruch stabil (nicht verschoben), treten Schmerzen sowie allenfalls ein Instabilitätsgefühl auf. Bei nur leichtem Wirbelkörpereinstauchen kann die Fraktur unter Umständen – auf Grund geringer Beschwerden - leicht übersehen werden. Grössere Verletzungen hingegen rufen starke Schmerzen hervor.
Sind zusätzlich das Rückenmark oder Nerven verletzt, führt das zu Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl bis zu Lähmungserscheinungen, wobei ganze Bereiche des Körpers durch eigene Kraft nicht mehr bewegt werden und Körperfunktionen ausfallen können.
Grobunterteilung der Lähmungen:
- Tetraplegie: Alle vier Gliedmassen (Beine und Arme) sind betroffen. Es handelt sich um eine schwere Schädigung des Rückenmarks im Halswirbelbereich. Betroffen sind aber auch die Blase, der Mastdarm sowie die Sexualfunktion.
- Paraplegie: Hier sind Nervenschädigungen vorhanden im Bereich der BWS und LWS. Die Arm- Handfunktion ist meist intakt.
- Querschnittslähmung: Vor allem die Beine sind betroffen; je nach Höhe der Verletzung können noch andere Körperfunktionen beeinträchtigt sein.

Häufigkeit:
Bei Wirbelkörperfrakturen sind meist ältere Patienten betroffen. Die durch Osteoporose oder Tumorerkrankungen verringerte Knochendichte führt häufig schon bei kleineren Traumatisierungen zu Frakturen.
Abbildung: Wirbelkörper nach Frakturhäufigkeit

Frakturtypen:
Wesentlich ist die Einteilung in stabile und instabile Wirbelkörperfrakturen.
Der stabile Wirbelbruch stellt keine Gefahr für das Rückenmark dar. Der instabile Bruch allerdings kann zu Verletzungen von Nerven sowie dem Rückenmark führen. Je nach Lage der Fraktur können Gliedmassen und Körperteile von unterschiedlich starken Beschwerden, von Schmerzen bis Lähmungserscheinungen betroffen sein.
In der Unfallchirurgie werden Wirbelkörperfrakturen in drei Typen (nach Magerl) eingeteilt:
- A = Kompressionsfraktur (durch Stauchung)
- B = Distraktionsfraktur (durch Zerreißung)
- C = Rotationsfraktur (durch Verdrehung)

Therapie:
Die operative Behandlung von Wirbelkörperfrakturen setzt eine sichere Verankerung der Implantate voraus. Die Therapieziele sind:
- Beseitigung neurologischer Störungen und Ausfälle
- Wiederherstellung der anatomischen Form der Wirbelsäule
- Schnelle Rehabilitation der Patienten
Insbesondere bei unfallbedingten Frakturen ist meist eine schnelle Behandlung erforderlich. Das wichtigste ist die Abklärung, ob es sich um eine stabile oder instabile Wirbelfraktur handelt. Der stabile Wirbelbruch benötigt meist keinen chirurgischen Eingriff. Hier reicht meist die konservative Behandlung wie Schmerz- und Bewegungstherapie. Anders beim instabilen Bruch! Hier muss der Wirbelkörper chirurgisch stabilisiert werden.

Die Implantatsysteme von SPINE.NET ermöglichen eine schonende, schnelle, stabile und sichere Rekonstruktion der Wirbelsäule bei Wirbelkörperfrakturen!

info@spinenet.de | www.spinenet.de | © SPINE.NET 2006 - 2019