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links: gesunder Wirbelkörper / rechts: osteoporotischer Wirbelkörper

Osteoporose
(Knochenschwund)
Osteoporose (verringerte Knochendichte) ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Sie können jedoch einiges zur Vorbeugung tun:
Gesunde Ernährung und viel Bewegung kann eine Osteoporose weitgehend verhindern.

*Liebe Patienten
Die folgenden Informationen sollen Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Diese beinhalten die Antworten namhafter Experten Europas in der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Die Informationen sollen Ihnen aufzeigen, wie die meisten Experten in der jeweiligen Situation vorgehen würden. Sie spiegelt zwar eine vernünftige Vorgehensweise wieder, ersetzt jedoch nicht die sorgfältige Abklärung Ihrer persönlichen Situation. Sollte also die Meinung Ihres Arztes/Ihrer Ärztin von den untenstehenden Antworten abweichen, fragen Sie nach, worauf seine/ihre Entscheidung beruht. Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich bitte für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt!

Definition:
Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung mit einer Verminderung der Knochenmasse und erhöhtem Frakturrisiko.
Bis etwa zum 35. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zu. Danach baut der menschliche Körper jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent der Knochensubstanz wieder ab. Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse über das natürliche Maß hinaus ab, sodass die Betroffenen viel mehr Knochenmasse verlieren als ein gesunder Mensch. Bei Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel gestört. Der natürliche Knochenabbau ist verstärkt, wobei ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau entsteht. Dadurch verliert das Skelett an Stabilität, die Knochenstruktur wird poröser und das Knochenbruchrisiko steigt. Die Abnahme der mechanischen Festigkeit kann spontan zu Knochenbrüchen führen. Es ist davon auszugehen, dass bis zu 50% aller Frauen 30% aller Männer mindestens einen osteoporotischen Knochenbruch in ihrem Leben erleiden. Knochenbrüche infolge Osteoporose können zu akuten Schmerzen führen. Die Patientin/der Patient verspürt einen akuten starken Schmerz (wird oft mit einem “Riss“ im Rücken assoziiert). Normalerweise ist der Schmerz während körperlicher Aktivitäten schlimmer und nimmt im Ruhezustand ab. Ein Röntgenbild oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigt den Knochenbruch.
Der Schmerz nimmt meistens aufgrund der Knochenheilung innerhalb von 3-12 Wochen ohne bleibende Schäden ab. Manchmal heilt der Bruch jedoch langsam und Dauerschmerzen sowie reduzierte körperliche Aktivität treten auf. Begleitet wird dies mit Nebenwirkungen wie mangelndes Selbstwertgefühl, schlechter Laune und gestörtes Körperbild.
Abbildung: links- gesunder Wirbelkörper rechts- osteoporotischer Wirbelkörper

Knochen:
Der Knochen besteht überwiegend aus zwei Komponenten:
- elastischen Strängen des Proteins Kollagen und
- Kalziumphosphatkristallen.
Der Umbau von Knochenmasse wird vom Körper permanent reguliert. Ob dabei Knochenmasse an- oder abgebaut wird, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere von der Aktivität spezialisierter Knochenzellen. Das „Team auf der Knochenbaustelle“ besteht aus drei verschiedenen Fachkräften:
- Osteoblasten, die „Knochenbauer“, liegen wie ein Überzug auf der Knochenoberfläche. Sie produzieren Kollagen und andere Eiweißstoffe, an die sich Kalziumphosphatkristalle anlagern.
- Osteozyten, die eigentlichen Knochenzellen, waren ursprünglich einmal Osteoblasten. Nach ihrer aktiven Phase werden sie im neuen Knochengewebe eingeschlossen.
- Osteoklasten, die „Knochenklauer“, sind für den Abbau von Knochensubstanz zuständig.

Ursachen:
Primäre Osteoporose
95% der betroffenen Patienten entwickeln eine Osteoporose, ohne dass Erkrankungen oder Medikamente als Auslöser erkennbar sind.
Hierzu zählen:
-die postmenopausale Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren (Typ-1-Osteoporose oder postklimakterische Osteoporose) und
-die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr bei beiden Geschlechtern auftritt.(Typ-2-Osteoporose)

Sekundäre Osteoporose
In etwa 5% der Fälle ist der Knochenschwund die direkte Folge von Erkrankungen bei denen der Stoffwechsel bzw. der Hormonhaushalt gestört sind, einer langfristigen Medikamenteneinnahme, erblicher Faktoren, oder als Folge von übermäßigem Genußmittelkonsum.

Risiken:
- Hohes Lebensalter
- Erkrankungen (Eßstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Nierenfunktionsstörungen, Diabetes, Rheuma)
- Medikamentenkonsum (Kortisonpräparate, Antidepressiva, Antiepilektika)
- Übermäßiger Genußmittelkonsum (Kaffee, Alkohol, Nikotin)
- Geschlecht (Frauen häufiger als Männer)
- Untergewicht (Body Mass Index BMI unter 20)
- Bewegungsarmut
- Erbliche Faktoren

Diagnose:
Bei einer Osteoporose steht am Anfang der Diagnose ein Gespräch zur Vorgeschichte der Erkrankung (Anamnese). Hierbei stellt der Arzt Fragen zu Vorerkrankungen oder etwaigen Stürzen. So möchte er etwa wissen, inwiefern Schmerzen auftreten, wie intensiv diese sind und ob bestimmte Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen (z.B. Fälle in der Familie, Einnahme bestimmter Medikamente).

Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Anhand verschiedener Tests kann der Arzt prüfen, wie beweglich man ist. Er ermittelt beispielsweise, wie viel Zeit man benötigt, um bestimmte Bewegungen auszuführen. Wenn sich dabei ein Verdacht auf Osteoporose ergibt, kommen zur Diagnose weitere Verfahren zum Einsatz.
Eine wichtige Rolle bei der Osteoporose-Diagnose spielt die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie). Von Bedeutung ist hier vor allem die sogenannte DXA-Osteodensitometrie (Dual-X-Ray-Absorptiometrie), welche die Dichte der Knochenmineralien misst. Bei Osteoporose ist die Dichte vermindert. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Minuten. Eine sogenannte quantitative Ultraschallmessung kann ebenfalls zum Einsatz kommen, liefert jedoch nicht so genaue Ergebnisse wie die DXA. Auch eine Computertomographie kann dabei helfen, eine Osteoporose zu diagnostizieren.

Im Röntgenbild sehen von Osteoporose betroffene Knochen im Vergleich zu gesunden Knochen durchlässiger (transparenter) aus. Veränderungen der Knochenstruktur als Frühzeichen einer Osteoporose sind jedoch nur selten im Röntgenbild nachweisbar. Da sich eine Entkalkung des Knochens im Röntgenbild erst zeigt, wenn die Knochenmasse bereits um mindestens 30 Prozent abgenommen hat, ist eine frühe Diagnose damit nicht möglich. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Osteoporose im Röntgenbild dagegen nicht zu übersehen. An der Wirbelsäule können beispielsweise Grund- und Deckplattenbrüche der Wirbelkörper sowie sogenannte Keil-, Fisch- oder Plattenwirbelbildungen ganzer Wirbelkörper sichtbar sein.

Mithilfe einer Knochenbiopsie kann der Arzt im Zweifelsfall die Osteoporose-Diagnose sichern. Dabei entnimmt er eine Knochenprobe. Die Knochenbiopsie kommt jedoch nur selten zum Einsatz, so zum Beispiel bei Verdacht auf einen Tumor. Die Blutwerte sind bei einer bestehenden Osteoporose in der Regel unauffällig. Damit lassen sich jedoch andere Erkrankungen ausschließen und der Arzt kann feststellen, ob Erkrankungen vorliegen, die zu Knochenschwund führen können.

Häufigkeit:
Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Bei Frauen weist die Osteoporose eine deutlich größere Häufigkeit auf als bei Männern. In Deutschland sind etwa 30 Prozent aller Frauen nach der Menopause von Osteoporose betroffen.

Arten der Osteoporose:
Postmenopausale Osteoporose
Die primäre Osteoporose hat ihre Ursachen oft in altersbedingten hormonellen Umstellungen des weiblichen Körpers: Viele Frauen nach der Menopause – einer Phase der Wechseljahre (Klimakterium) – sind von Osteoporose betroffen, weil die weiblichen Sexualhormone bei der Entstehung von Osteoporose eine wichtige Rolle spielen.
Etwa ab dem 50. Lebensjahr stellt der weibliche Körper keine Östrogene (Sexualhormone der Frau) mehr her. Dadurch ergibt sich ein natürlicher Östrogenmangel, der die Ursache für die postmenopausale Osteoporose ist. Der Östrogenmangel führt über mehrere Mechanismen zu einem gesteigerten Knochenstoffwechsel, bei dem die Knochenmasse stetig abnimmt. Die Knochen setzen Kalzium frei, wodurch die Kalziumwerte im Blut geringfügig ansteigen. Dadurch vermindern sich gleichzeitig jene Hormone, die für das Kalziumgleichgewicht verantwortlich sind. Da nun mehr Kalzium im Blut ist, verringert sich die Kalziumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt, während die Nieren vermehrt Kalzium ausscheiden.
Der Zusammenhang zwischen Östrogenen und dem Knochenstoffwechsel zeigt sich nicht nur bei der Entstehung der postmenopausalen Osteoporose – er ist besonders auch während der Schwangerschaft und der Stillperiode erkennbar. Während der Stillzeit führt eine Mutter ihrem Säugling täglich etwa 500 Milliliter Milch zu, was einer Menge von etwa 500 Milligramm Kalzium entspricht. Bei etwa zehn Stillperioden entspräche dies der Gesamtkalziummenge des mütterlichen Skeletts. Der hohe Kalziumverlust durch das Stillen gleicht sich jedoch dadurch aus, dass der schwangere Körper vermehrt Östrogene bildet. Obwohl ein Zusammenhang zwischen Östrogenen und Osteoporose besteht, entwickeln nicht alle Frauen in den Wechseljahren eine postmenopausale Osteoporose. Neben der erblich bedingten Veranlagung macht man folgende Ursachen dafür verantwortlich:
- ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
- regelmäßige körperliche Bewegung

Altersosteoporose
Tritt die primäre Osteoporose im höheren Lebensalter – etwa ab dem 70. Lebensjahr – auf, handelt es sich um die sogenannte Altersosteoporose (auch senile Osteoporose genannt). Da die Ursachen hierfür bei Mann und Frau vorliegen können, führt die Altersosteoporose bei beiden Geschlechtern verstärkt zu Knochenbrüchen. Eine der Ursachen der Altersosteoporose ist der sinkende Testosteronspiegel, der sich bei Männern schleichend mit dem Alter entwickelt. Das Geschlechtshormon Testosteron spielt im Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Als weitere Auslöser dieser Form von Osteoporose gelten vor allem eine schlechte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sowie Bewegungsmangel.

Symptome:
Zu Beginn ist eine Osteoporose für den Patienten kaum durch Symptome wahrnehmbar. Im weiteren Verlauf treten jedoch Spontanfrakturen ohne erkennbare Ursache auf.
Den häufigen Wirbelbruch bei Osteoporose halten die Betroffenen wegen der schlagartig einsetzenden Rückenschmerzen häufig für einen Hexenschuss oder Ischias-Schmerz.
Langfristig führen solche Wirbelkörperbrüche infolge von Osteoporose jedoch zu einem Größenverlust von mehreren Zentimetern und der Ausbildung eines Rundrückens, einer verstärkten Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.
Abbildung: osteoporotische Fraktur eines Wirbekörpers

Osteoporotische Wirbelkörperfraktur:
Bei Osteoporose verliert der Knochen seine Festigkeit und Belastbarkeit. Somit führt die Osteoporose häufig zu Knochenbrüchen, insbesondere an der Wirbelsäule sowie am hüftgelenksnahen Oberschenkelknochen. Die Knochenbrüche entstehen durch Bagatelltraumen und leichtere Stürze, die am gesunden Knochen zu keinem Bruch führen würden. Als Beispiele können hier eine Drehbewegung im Rumpf, ein Sturz auf das Gesäß oder das Heben von Gegenständen genannt werden.
Ist es zu einem Bruch eines Wirbelkörpers gekommen, führt dies bei den meisten Patienten zu ausgeprägten Rückenschmerzen. Die meiste Brüche treten im Bereich der unteren Brustwirbelsäule oder der oberen Lendenwirbelsäule auf. Kommt es durch den Bruch auch zu einer Einengung des Wirbelkanals, können hierdurch Nerven unter Druck geraten, wodurch auch ausstrahlende Schmerzen in die Beine oder sogar Lähmungserscheinungen auftreten können. Ist es zu einem Wirbelkörperbruch gekommen, ist das Risiko für einen zweiten Knochenbruch deutlich erhöht. So haben statistisch gesehen 20% der betroffenen Patienten innerhalb des ersten Jahres einen 2. Knochenbruch. Das Risiko für einen 2. Bruch ist 5 mal so hoch wie vor dem ersten Bruch. Das Risiko für einen 3. Bruch ist dann 7,5 mal so hoch. Wichtig ist somit eine konsequente Therapie der ursächlichen Osteoporose sowie die Behandlung des gebrochenen Wirbels.
Abbildung: osteoporotische Fraktur mehrerer Wirbekörper

Therapie:
Bei der Osteoporose-Therapie spielt die richtige Ernährung eine wichtige Rolle, um den Körper mit ausreichend Kalzium und Vitamin D zu versorgen.
Die operative Behandlung von osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen setzt eine sichere Verankerung der Implantate voraus.

Die speziellen, optional zementaugmentierbaren Implantatsysteme von SPINE.NET können in einer so schwierigen Situation eine sichere und stabile Lösung sein!

Quelle: Croydon University Hospital Dr.med.Kotrba

Osteoporotische Wirbelkörperfraktur-Patient M 85 Jahre

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